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Unsere Parisreise – notre voyage à Paris!

Im April reisten Schülerinnen und Schüler des Lerchenfeld nach Paris, um dort ihre erlernten Französischkenntnisse im natürlichen Habitat zu erproben. Was Sie gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften, Frau Steinmeyer und Frau Dittmann, erlebt haben, berichten sie uns.

Das Glück war auf unserer Seite – unser Flug nach Paris war nicht vom Streik betroffen, sodass wir am Mittwochmorgen des 18. Aprils nach Paris aufbrechen konnten. Wir, das sind Schülerinnen und Schüler des neunten, zehnten und elften Jahrgangs, die Französisch als dritte Fremdsprache lernen.
Begleitet wurden wir von unseren Französischlehrerinnen Frau Steinmeyer und Frau Dittmann. Nach knapp einer Stunde in der Luft landeten wir mitten im Sommer, bei 28 Grad und strahlendem Sonnenschein. Ein Regionalzug brachte uns dann zum Gare du Nord, einem Bahnhof in der Nähe unseres Hostels, welches wunderbar im Zentrum von Montmartre gelegen ist. Es ist ein etwas verwinkeltes Gebäude mit einer schönen Sonnenterrasse und Ausblick auf Sacré-Coeur.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten – sie waren einfach, aber auch sehr schön -, machten wir uns auf, das Viertel Montmartre zu erkunden. Also liefen wir einen kleinen Berg hoch zur wunderschönen Kathedrale Sacré-Cœur, die wir, begleitet von den Klängen eines Kirchenchors, besichtigen durften. Eine schwindelerregend enge Wendeltreppe führte uns hoch bis zur Kuppel, von der man einen tollen Blick über die Dächer von Paris hatte und sogar schon den Eiffelturm sehen konnte. Danach schlenderten wir noch durch die kleinen Gassen des Malerviertels, einige ließen sich von einem der zahlreichen Straßenkünstler zeichnen oder aßen den langersehnten Crêpe. Dann kehrten wir zum Hostel zurück und genossen unser selbst gekochtes Ratatouille bei Kerzenschein auf der Terrasse. Auch die erleuchtete Kuppel von Sacré-Coeur trug ihren Teil zur Atmosphäre bei. Schon lange nach Mitternacht fielen wir alle todmüde ins Bett.

Der zweite Tag begann mit einem petit-déjeuner français. Dazu muss man wissen, dass die Franzosen gern ein warmes Getränk, einen Orangensaft und Mini-Viennoiserie in Form von Croissant, Pain au chocolat, Chausson aux pommes oder Pain aux raisins essen. Außerdem gab es Baguette, Confiture und Honig. Aber auch Cornflakes und Joghurt waren am Buffet zu finden. Auf Käse und Wurst wartet man in Frankreich am Frühstückstisch allerdings vergeblich.

Auf unserem Weg zum Louvre haben wir in der Bäckerei „Pain Pain“ halt gemacht und für unser Picknick Baguette gekauft. Im Louvre durften wir in Kleingruppen durch die Säle des Schlosses gehen, einen Eindruck von seiner immensen Größe gewinnen und haben uns dann doch mehr oder weniger vor Leonardo da Vincis berühmten Gemälde Mona Lisa wiedergetroffen. Da so viel geballte Kunst schnell hungrig macht, kam das anschließende Pique-nique in den Schlossgärten, den Tuilerien, wie gerufen. Es gab die eingekauften Baguettes vom Morgen und die Wurst und den Käse vom Einkauf am Vortag, dazu Obst, Paprika, Gurke und Tomaten. Das Essen hat allen sehr gut geschmeckt und es herrschte eine lockere, fröhliche Atmosphäre. Während wir gegessen haben, kam ein Mann zu uns, der kleine Schlüsselanhänger in Form von Eiffeltürmen verkaufte. Wir haben den Preis gut heruntergehandelt und uns fast alle Schlüsselanhänger gekauft – der Mann war sehr zufrieden.

Um uns in Paris fortzubewegen, haben wir einen Zwei-Tagespass für Batobus gekauft. Batobus ist ein Schiff, das den ganzen Tag auf der Seine unterwegs ist und an Sehenswürdigkeiten haltmacht. Man kann beliebig lang und häufig aussteigen und sich verschiedene Sehenswürdigkeiten ansehen. Als nächstes brachte uns Batobus also zur Kathedrale Notre-Dame de Paris, Schauplatz von Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre-Dame, die sich auf der Île de la Cité befindet. In Kleingruppen haben wir die Kirche besichtigt, Eis gegessen und die Aussicht genossen. Danach ging es zum Eiffelturm. Dabei sind wir mit unserem Boot an sehr vielen schönen Sehenswürdigkeiten vorbeigefahren: Louvre, Jardin des Tuileries, Place de la Concorde, Grand-Palais, Hôtel des Invalides, Jardin du Trocadéro und schließlich am Eiffelturm ausgestiegen.
Bevor wir uns auf die oberste Etage des Eiffelturms wagten, haben wir den Blick vom anderen Seineufer beim Jardin du Trocadéro genossen. Als wir dann mit einem engen Fahrstuhl auf der obersten Plattform angekommen waren, ging gerade die Sonne über Paris unter und wir hatten einen wunderschönen Blick über Paris by night. Mit jedem Augenblick flammte ein weiteres Licht in der Stadt auf, sodass sich ein immer neuer Blick bot. Als wir unseren Rückweg entlang der Seine antraten, war es schon 22 Uhr und wir konnten das fünfminütige Funkeln des Eiffelturms beobachten. Abends haben wir dann Nudeln mit Tomatensoße gekocht, auf der Terrasse diniert und sind nach einer Mousse au chocolat nicht weniger müde als am Vorabend ins Bett gefallen.

Am Freitag, also an unserem dritten Tag, konnten wir alle ein bisschen länger ausschlafen, bevor wir dann, nach dem petit-déjeuner, zu Fuß zur Mur des je t’aime gelaufen sind. Das ist eine Mauer, die der Liebe gewidmet ist, auf der „Ich liebe dich“ in über 250 verschiedenen Sprachen geschrieben steht, und zwar in den Handschriften der vielen Menschen, die der Künstler dafür in den Straßen von Paris angesprochen hatte.
An diesem Tag wollten uns unsere Lehrerinnen noch ein weniger touristisches Quartier von Paris zeigen. Dafür sind wir mit der Métro nach Belleville gefahren und durch la Rue Denoyez gegangen, die für ihre Streetart bekannt ist. Belleville ist für seinen Markt bekannt. Dieser war laut, voll und bunt. Es gab dort Lebensmittel, Schuhe, Drogerieartikel und Kleidung. Die Verkäufer schrien in verschiedenen Sprachen und priesen ihre Waren an. Es war interessant, einen Einblick in das Alltagsleben der Franzosen zu bekommen. Danach sind wir mit der Métro in die Rue Mouffetard gefahren und sind dann in kleinen Gruppen für eine Formule midi ins Restaurant gegangen. Für einige hat sich dort der Wunsch nach Käsefondue erfüllt.

Nach dem Essen sind wir zur Bastille, von der kein Stein mehr steht, und zur neuen Oper gefahren und von da aus dann zu Fuß durch den Place des Vosges (Marais), an dem Haus von Victor Hugo vorbei durch die Rue des Rosiers bis zum Centre Pompidou gelaufen. Dort angekommen, durften wir das Centre Pompidou besuchen sowie durch die Boutiquen schlendern und ein Sandwich für das Abendessen kaufen. Danach sind wir dann im Batobus auf der Seine bis zu den Champs-Elysées gefahren, die wir dann bis zum Arc de Triomphe entlanggelaufen sind.

Nach dem Abendessen im Hostel gab es einen freiwilligen Abendspaziergang ins Quartier Saint-Germain, an dem die gesamte Gruppe teilnehmen wollte. Wir haben uns Moulin Rouge angeschaut und sind von Pigalle nach St.-Germain-des-Prés gefahren, haben uns die älteste Kirche von Paris angeschaut und sind an den Lieblingscafés der Philosophen und Schriftsteller Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir vorbeigegangen, um uns schließlich in einer französischen Bar in Saint-Germain niederzulassen, wo alle noch etwas getrunken haben, bevor wir dann endgültig ins Hostel fahren wollten. Da wir knapp die letzte Métro verpasst haben, hatten wir zunächst alle ein wenig Bedenken, wie wir ins Hostel zurück kommen würden, konnten dann jedoch noch den Bus nehmen und waren alle froh, als wir in unseren Betten lagen.

Obwohl wir am Vorabend ja sehr spät ins Bett gekommen waren, waren wir kein bisschen müde. Wir hatten vielmehr den Wunsch, an unserem letzten Tag unser Quartier Montmartre auf eigene Faust noch weiter zu erkunden. In einer Boulangerie kauften wir typisch französische Spezialitäten wie Macarons für unsere Familien ein. Macarons bestehen aus zwei Kekshälften, die mit einer Buttercreme, Ganache oder Konfitüre gefüllt sind. Wir hofften, dass sie den Flug überleben würden. Manch einer hatte diese Hoffnung allerdings schnell aufgegeben und seine Kekse bereits am Flughafen verspeist. Unsere letzten Ziele in Paris waren L‘Opéra und das berühmte Einkaufszentrum Les Galéries Lafayette, wo sich unsere Lehrerinnen mit einer französischen Kollegin trafen, um über einen künftigen Schüleraustausch zu sprechen, und wir ganze drei Stunden Freizeit in Gruppen hatten. Die Kuppel in der Mitte der Galéries Lafayette hat uns alle auf jeden Fall sehr beeindruckt, und einige konnten auch den sensationellen Blick von der Aussichtsterrasse genießen.

Von dort aus ging es dann leider zurück ins Hostel. Wir mussten uns jetzt auf den Weg zum Flughafen machen. Wir wurden ein bisschen schwermütig, weil die Reise jetzt definitiv zu Ende ging. Deshalb machte sich dann auch unsere Müdigkeit bemerkbar. Zum Glück – oder auch leider – war der Rückflug absolut pünktlich. Ausgerechnet heute war kein Streik. Gegen 22 Uhr landeten wir in Hamburg und wurden von unseren Familien in Empfang genommen. Es waren sehr schöne Tage in Paris und uns allen ist klar: Paris – on reviendra! Merci beaucoup pour ce voyage.

Ein Text von Julia, Benjamin und Svea

Weitere Bilder der Reise finden Sie hier.