Mittelstufe

Wege in die Selbstständigkeit

Mit Klasse 7 treten die Schüler im Alter von 12 Jahren in die Mittelstufe ein – als Kinder – und verlassen sie am Ende von Klasse 10 mit etwa 16 Jahren als Jugendliche. Diese Entwicklungsphase ist geprägt vom Erwachsenwerden, der Auseinandersetzung mit steigenden schulischen Anforderungen und dem Erreichen des mittleren Schulabschlusses (MSA) am Ende der 10ten Klasse und der am allgemeinbildenden Gymnasium üblichen Versetzung in die Studienstufe.

Ablösung von den Eltern

Mit der Versetzung nach Klasse 7 und dem Eintritt in die Mittelstufe des Gymnasiums ändert sich aus Sicht eines Schüler sehr viel. Besonders wichtig dabei ist folgender Aspekt: man rückt in den Klassen 7,8 und 9 automatisch in die nächste Jahrgangsstufe auf, das Sitzenbleiben wurde mit der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APOGrundStGy) für alle Hamburger Schüler abgeschafft.Am Ende von Klasse 10 erwirbt man dann die nächste Versetzung, die Versetzung in die 11. Klasse der Studienstufe.

Auch kommen in der Mittelstufe neue Fächer hinzu: ab Klasse 7 Physik, ab Klasse 8 Chemie sowie Politik / Gesellschaft / Wirtschaft (PGW). In den Klassenstufen 8 bis 10 können die Schüler in insgesamt drei Wahlpflichtbereichen zwischen verschiedenen Unterrichtsfächern wählen, zwischen Bildender Kunst, Musik und Theater, Philosophie und Religion, Naturwissenschaftlichem Praktikum, Französisch, Informatik und Audiovisuellen Medien. Einen Überblick über das gesamte Wahlpflichtangebot finden Sie hier.

Für Sprachinteressierte Schüler gibt es die Gelegenheit, am Spanien-Austausch in Klasse 9 teilzunehmen, wer es exotischer mag, kann ab Klasse 9 an der Chinesisch-AG teilnehmen, um in Klasse 11 nach China zum Austauch zu reisen. Die wöchentliche Stundenzahl in der Mittelstufe beträgt in der Regel 34 Wochenstunden, der Unterricht wird größtenteils in Doppelstunden organisiert, so wie Sie es auf dem folgenden Musterstundenplan für Klasse 7 erkennen können.

Mittelstufe_Beispielstundenplan

 

Hinweise zum Beispielstundenplan

  • Die fünfte Wochenstunde Mathematik haben wir auf Jahrgang 8 verschoben, um in beiden Jahrgängen 4 Wochenstunden unterrichten und mehr Doppelstunden organisieren zu können. Wir unterrichten Mathematik vierstündig in allen Jahrgangsstufen der Mittelstufe.
  • Der Pflichtunterricht für Jahrgang 7 endet am Freitag nach der 6. Stunde. Wer anschlie­ßend eine AG oder einen Förderunterricht besucht, hat aber dennoch ausreichend Zeit zum Mittagessen.

Lernstandards

Zur Vorbereitung des mittleren Schulabschlusses (MSA) werden an allen Hamburger Schulen in den Klassen 7, 8 und 9 jährlich schriftliche Lernstandserhebungen (Kermit = Kompetenzen ermitteln) in Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und in Englisch mit Hilfe standardisierter Tests durchgeführt.

In Klasse 7 und 9 erfolgt ein Abgleich mit den Hamburger Bildungsstandards und in Klasse 8 testen die schriftliche Lernstandserhebungen in Deutsch, Mathematik und Englisch das Erreichen der bundesweiten Bildungsstandards.

Das Gymnasium Lerchenfeld nutzt diese Ergebnisse für die weitere individuelle Förderung der Schüler. Schüler mit besonderen Begabungen erhalten Enrichment-Angebote.

Für Schüler mit Lernschwierigkeiten halten wir spezifische Förderangebote bereit. In den Hauptfächern der Klassen 7 und 8 besteht die Möglichkeit, in einstündigen Förderkursen den Unterrichtsstoff zu wiederholen.

Wettbewerbe bieten Schülern die Gelegenheit, ihre Leistungsfähigkeit zu erproben. Die Schule betreut die regelmäßige Teilnahme von Schülern an verschiedenen Wettbewerben. So nehmen Schüler des Gymnasiums Lerchenfeld an Sprachwettbewerben (Fremdsprachenwettbewerb, Drei-Sprachen-Wettbewerb, u.a.), Jugend debattiert, Geographie-Wettbewerb Wissen, Geschichts-Wettbewerb des Bundespräsidenten, Heureka, Mathematik-Olympiade, Känguru-Wettbewerb, Mathematik-Städtewettbewerb u.a. regelmäßig teil.

Am Ende der Mittelstufe schreiben die Schüler der 10. Klassen in den Fächern Deutsch, Mathematik und in einer Fremdsprache (Englisch, Spanisch, Latein oder Französisch) zentrale schriftliche Abschlussarbeiten, die für alle Hamburger Gymnasiasten gleich sind und werden in Kleingruppen von 4 bis 5 Schülerinnen und Schülern mündlich geprüft. Sie schließen die Mittelstufe mit dem mittleren Schulabschluss (MSA) ab und erhalten – wenn alles gut geht – die Versetzung in die Studienstufe des Gymnasiums.

Persönlichkeitsentwicklung

Einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten in der Mittelstufe des Gymnasiums Lerchenfeld der Klassenrat sowie die Sucht- und Gewaltprävention.

Wir fördern bereits ab Klasse 5 gezielt die Eigenständigkeit unserer Schüler. Ziel des Programms ist es, sich in der Klasse wohlzufühlen, Selbstvertrauen zu erlangen, gut mit seinen Mitschülern auszukommen und engagiert für die Einhaltung der notwendigen Regeln einzutreten und Konflikte konstruktiv auszutragen. Der Klassenrat wird in der Regel von Schülern geleitet und findet in allen Klassen der Mittelstufe regelmäßig einmal pro Woche statt.Im Klassenrat werden alle Belange der Klasse besprochen und natürlich auch vieles für das Schulleben notwendige organsiert und vorbereite, wie etwa unser alljährlicher Weihnachtsmarkt im Dezember. Bei Problemen werden immer konstruktive Lösungen gesucht.

In den Klassen 7 und 8 bieten wir auch spezielle Programme zur Suchtprävention an, die vom Suchtpräventionszentrum Hamburg entwickelt wurden. Verschiedene Bausteine dienen dem Ziel, die Schüler darin zu stärken, ihr Leben suchtfrei zu führen. Die Teilnahme der Klassen 7 bis 8 an dem europäischen Wettbewerb zum Nichtrauchen „Be smart – Don‘t start“ dient ebenfalls diesem Ziel.

Im Rahmen unseres Projekts Gewaltprävention arbeiten wir mit der Hamburger Polizei zusammen. Dazu gehören zwei Veranstaltungen je Klasse und Schuljahr mit unserem Referenten zu folgenden Themen:

– Opferprävention (Klasse 5)
– Zeugen und Helfer (Klasse 6)
– Gewalt gegen Personen und Sachen (Klasse 7)
– Gewalt und danach? (Klasse 8)

Beratung – Förderung – Lernvereinbarungen

Wenn die Ansprüche in den Unterrichtsfächern steigen und mehr Verantwortung gegenüber dem eigenen Einsatz erwartet wird, zeigt sich manchmal – nach Abschluss der Beobachtungsstufe und in der Pubertät –, dass Schüler am Gymnasium phasenweise überfordert sind. Besonders in solchen Situationen ist der intensive Kontakt zwischen Elternhaus und Schule notwendig. Um einen dauerhaften Lernerfolg sicherzustellen, bieten wir unsere Unterstützung an. Die Klassenlehrer beraten Eltern und Schüler u.a.im Rahmen der Lernentwicklungsgespräche und treffen mit den Schülern eine geeignete Lern- und Fördervereinbarung. In der Regel gehört dazu eine verpflichtende Teilnahme an unserem zusätzlichen Förderunterricht in den Fächern Deutsch (Lese- und Hörverstehen; Rechtschreibung und Grammatik), Mathematik, Englisch und Spanisch. Darüber hinaus kann es in einzelnen Fällen notwendig sein, Lernvereinbarungen „außer der Reihe“ zu treffen. Im Rahmen einer solchen Lernvereinbarung bestimmt der Schüler schulische und/oder persönliche Ziele, die er erreichen möchte. Vertragspartner ist seinKlassenlehrer oder der Abteilungsleiter. Regelmäßige Beratungsgespräche im Laufe des Schulhalbjahres sichern eine erfolgreiche Umsetzung ab.