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Reisetagebuch: Das Lerchenfeld zu Gast in China

China Lerchenfeld

Zehn Schülerinnen und Schüler aus dem 10ten und 11ten Jahrgang, Herr Weber und Frau Hatscher waren vom 11.09. bis 25.09.2013 zu einem Austausch an unserer Partnerschule in Shanghai. Nach vier Tagen in Peking reisten wir mit dem Nachtzug, einem Soft-Sleeper der chinesischen Eisenbahn, nach Shanghai und wurden dort sehr herzlich begrüßt. Nehmen Sie an den Erlebnissen der Gruppe teil und lesen Sie hier im Reisetagebuch.

Ein Bericht unserer Partnerschule – der Ganquan Fremdsprachenschule in Shanghai – vom Aufenthalt diesen Sommer (Anfang August) am Gymnasium Lerchenfeld können Sie unter folgendem Link lesen: http://www.goethe.de/ins/cn/lp/sdl/pasch/pum/de11558576.htm

 Unsere Reise nach China

Reisetag und erster Tag:

Die Reise nach China begann für uns 10 Schüler inklusive Herrn Weber und Frau Hatscher mit dem Zug nach Frankfurt am Main. Von dort aus nahmen wir den zehnstündigen Flug nach Shanghai. Für die meisten von uns war dies eine neue und aufregende Erfahrung, da wir zum ersten Mal auf einem ganz anderen Kontinent waren. Als wir in Shanghai ankamen, ging es auch direkt in den Anschlussflug nach Peking. Völlig erschöpft, aber froh über die Ankunft sind wir in Peking gelandet, haben unsere Koffer abgeholt und dann kam unser Dolmetscher und Reiseleiter Toni. Vom Flughafen aus sind wir schließlich in ein chinesisches Restaurant gefahren und haben das erste Mal richtig traditionell gegessen. Leckeeerrrr!

Wir waren positiv überrascht, da wir bis jetzt nur das chinesische Essen aus Deutschland gewohnt waren und haben dann mit einem Lächeln und einem vollen Bauch das Restaurant verlassen.

Park

Darüber hinaus haben wir unsere ersten Erfahrungen mit chinesischen, fliegenden Händlern gemacht, was uns sehr amüsierte. Sie stürzten sich förmlich auf uns und wollten unter jeder Bedingung Regenschirme, Uhren, gefälschte Markenprodukte und alles andere mögliche verkaufen.

Am selben Tag zeigte uns Toni die zwei beliebtesten Parks Pekings, von denen man eine wunderschöne Aussicht auf die verbotene Stadt genießen konnte.

Nach unseren ersten neuen und aufregenden Erfahrungen sind wir abends im Hotel erschöpft in unsere Betten gefallen.

Zweiter Tag:

Unser zweiter Tag begann um 7:30 Uhr  mit einem für uns ungewöhnlichen chinesischen Frühstück, das eher wie ein Mittagessen ausfiel wie beispielsweise mit gekochtem Saft, Reis mit süß-saurer Soße  und Stäbchen als Besteck.

Chinesische Mauer

Gegen 9 Uhr fuhren wir zu der chinesischen Mauer, was sich wohl als eines der Highlights dieser Reise herausstellte. Dort wurden wir plötzlich von allen Seiten fotografiert und Menschen fragten uns, ob sie ein Foto mit uns machen dürften. Man drückte uns Kinder in die Hand und wir haben die wildfremdesten Menschen umarmt. Einerseits fanden wir das Getümmel um uns herum ziemlich aufregend und zugegebenermaßen genossen wir die ganze Aufmerksamkeit, die uns geschenkt wurde. Andererseits war es ein wenig unheimlich zu sehen, wie besonders wir als Ausländer aus dem Westen für Chinesen sind.

Gruppenfoto

Wir besichtigten außerdem noch das Olympia-Gelände mit dem Vogelnest und der Schwimmhalle, was auch sehr sehenswert war und extra für die Olympischen Spiele 2008 in Peking gebaut wurde.

Olympia Status

Am Abend fuhren wir mit der Bahn in die Stadt. Wir haben uns da umgeschaut und unter anderem die verbotene Stadt von außen mit ihrer Beleuchtung angeguckt.

mao

Danach hatten wir Zeit, die Stadt zu erkunden und etwas zu essen. Die Straßen  waren sehr groß und voller Menschen, so dass man nicht einmal seine Arme austrecken konnte.

Es war wieder ein sehr gelungener Tag!

Dritter Tag:

Heute waren wir in der verbotenen Stadt und haben uns den Kaiserpalast angeguckt.  Der Palast, der damals nur für den Kaiser und seine Familie zugänglich war, war sehr beeindruckend. Es war überwältigend zu sehen, wie aufwändig und prachtvoll der

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Kaiser in seiner Anlage gelebt hat.Der letzte Kaiser lebte bis 1911 in der verbotenen Stadt, bevor er von den Demokraten gestürzt wurde.

Am Abend haben wir eine Einkaufsstraße besucht. Dort gab es viele Geschäfte und wir aßen in Gruppen zu Abend. Außerdem sind wir  in eine kleine Seitenstraße gegangen, welche besonders beliebt bei Touristen ist. Dort hatten wir die Gelegenheit, verschiedene frittierte Insekten zu essen und Souvenirs zu kaufen.

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Es war wieder einmal wichtig zu verhandeln, weil die Verkäufer versuchten, einem die Sachen zu teuer anzudrehen. Für uns war es ziemlich außergewöhnlich zu handeln, da wir in Deutschland feste Preise haben und wir den Wert der Produkte erstmals kaum einschätzen konnten. Mit der Zeit bekamen wir jedoch ein Gespühr fürs Handeln und es machte es uns Spaß die Preise auf das möglichst beste Preisleistungsverhältnis zu senken.

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Vierter Tag

Am nächsten Tag besichtigten wir den Sommerpalast. Zu der Anlage gehört unter anderem ein riesiger See, wo wir einen langen Spaziergang machten. Die Aussicht war sehr schön und wir genossen es, bei Sonne und gutem Wetter draußen herumzulaufen und ab und zu ein bisschen in die Gebäude hineinzugucken. Dadurch bekamen wir einen Eindruck, wie und wo der Kaiser und seine Familie damals die Sommertage verbrachten.

Am Nachmittag fuhren wir mit der Rikscha in die Altstadt Pekings. Mit der Rikscha zu fahren brachte uns die asiatische Kultur ein wenig näher.

Wir besuchten dort eine kleine Familie und bekamen dadurch einen Eindruck wie die Menschen vor einigen Jahrzenten gelebt haben. Die Häuser waren klein und dicht aneinander gebaut, die Gassen eng und  jede Siedlung hatte ihren eigenen Innenhof.

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Fünfter Tag:

An unserem letztem Tag in Peking haben wir uns den Lama Tempel und die Konfuzius Anlage angeschaut.  

Der Tempel ist ein großer religiöser Ort, an dem Gläubige ihre Wünsche vor ihrem heiligen Buddha äußern können. Der Tempel  besteht aus verschiedenen Hallen mit unterschiedlichen Inhalten, in denen man unterschiedliche religiöse Abläufe ausführen kann. Der Tempel ist aufwendig gestalltet und beeindruckte mit seinen prächtigen Buddha-Figuren und verschnörkelten Dekorationen.

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Die Konfuzius Anlage gefiel unserer Gruppe besonders gut und man war förmlich von Harmonie umgeben. Das Gelände ist sehr umfangreich und umfasste viele verschiedene Räume. Gerade der Raum für unerzogene Schüler mit verschiedenen Strafmethoden war erschreckend.

konfuziusanlage

Am frühen Abend sind wir in den Nachtzug nach Shanghai gestiegen. Dort verbrachten wir die Nacht in kleinen Abteilen, bis wir am Morgen in Shanghai ankamen.

Sechster Tag:

Vom Bahnhof wurden wir dann morgens von unseren Austauschschülern abgeholt und anschließend in der Schule spürbar herzlich empfangen. Man zeigte uns die Schule mit all den verschiedenen Räumen und Ausstattungen und man bemerkte deutlich den Unterschied zu unserer vergleichsweise kleinen Schule.

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Nachmittags sind wir in ein Einkaufszentrum gefahren, wo wir etwas Freizeit bekamen. Nachdem wir ein wenig eingekauft hatten, sind wir mit unseren Austauschschülern nach Hause gefahren und verbrachten dort den restlichen Tag in unseren Gastfamilien. Es war eine ziemlich neue und interessante Erfahrung für uns alle, da wir komplett auf uns allein gestellt waren. Einige Eltern konnten Englisch, andere konnten nur mit Händen und Füßen mit uns kommunizieren. Trotz allem hatten wir einen schönen ersten Tag in unserer Gastfamilie und waren glücklich, dass alles ohne Probleme verlaufen ist.

Siebter Tag:

Am nächsten Morgen begleiteten wir unseren Partner in den jeweiligen Unterricht, welcher, wie schon erwartet, ganz anders ist als der Unterricht in Deutschland.

Danach führte man uns zu der offiziellen Begrüßungsfeier, wo alle Deutsch lernenden Schüler, Lehrer und der Schulleiter erschienen sind. Die Chinesen bemühten sich sehr, uns eine schöne Feier zu gestalten, indem sie für uns sangen und tanzten. Wir machten den Gastgebern eine sehr große Freude durch unsere kurzen Vorstellungen auf Chinesisch. Einige von uns begeisterten durch ihre lieblichen Worte wie: “Wo ai Zhongguo!” (“Ich liebe China!”).

Später hatten wir chinesischen Kulturunterricht, wo wir die Möglichkeit hatten, chinesische Schriftzeichen zu üben und ein von uns individuell gestalteten Fächer zu bemalen. Vor allem unser Lehrer Herr Weber meisterte die Aufgabe ausgezeichnet und stellte seine künstlerischen Talente unter Beweis.

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Bevor es nach Hause ging, spielten wir noch eine Runde Tischtennis im Sportraum. Dabei wurde (sehr!!!!) deutlich, wie stark die Chinesen im Tischtennisspielen sind.

Achter Tag:

Nachdem wir wieder im Unterricht unserer Partner hospitiert hatten, arbeiteten wir fleißig an unserem Klimamacher- Projekt weiter. Denn wir wissen alle: Ohne Projekt gäbe es keinen Austausch! :)

Zu unserer großen Freude besuchten wir am Nachmittag die Nanjing Road, welche eine bekannte Shoppingstraße in Shanghai ist.

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Zu Fuß sind wirdann zum Bund gegangen, um uns die besondere Skyline Shanghais anzuschauen. Inzwischen ist die Skyline Shanghais vergleichbar mit der Größe der Skyline Manhattans.

Diese wunderschöne Aussicht guckten wir uns bei Nacht noch einmal mit unseren Austauschschülern an.  Dies war ein einmaliges Erlebnis, da die Stadt von Lichtern erleuchtet war und wir eine ganz andere Seite Shanghais kennenlernen durften.

Neunter Tag:

Donnerstag war der Tag des Mondfestes. Das Mondfest ist in China von sehr großer Bedeutung. Der Tag dient dazu, den Mond zu ehren, da er an diesem Tag die rundeste Form im Jahr annimmt. Dieses Fest verbringt man üblicherweise mit der Familie. Aufgrund dessen unternahmen wir alle unterschiedliche Sachen. Die einen gingen in den Freizeitpark, die anderen  in die Karaokebar. Am Abend aßen wir alle mit den Familien traditionell zum Mondfest. Dazu gehörte vor allem der Mondkuchen. Dieser Tag war für uns ein aufregendes und schönes Erlebnis, da wir an einem traditionellen chinesischen Fest teilnehmen konnten.

Zehnter Tag:

Am Freitagmorgen ging es los nach Hangzhou, ein chinesisches „Dorf“ mit acht Millionen Einwohnern. Man sagte uns, es sei der romantischste Ort Chinas. Hier gingen wir zum West Lake und machten eine Schifffahrt. Dieser See ist sehr bekannt in ganz China, vor allem weil er auf dem Ein-Yuan-Schein abgebildet ist (Yuan ist die chinesische Währung).

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Wir gingen am Abend nochmals zum See und schauten uns dort die Wasserspiele an, bunt beleuchtete Fontänen zu klassischer chinesischer Musik.

Die Nacht verbrachten wir in einem sehr schönen, besser gesagt luxuriösem, Hotel.

Elfter Tag:

Am Samstag besichtigten wir ein berühmtes Teehaus, das sogar die Queen besuchte und lernten den typisch chinesischen „Lonjing Green Tea“ kennen.  Jeder  bekam ein Glas grünen Tee und man erzählte uns, es sei eine Art Wundermittel.  Es solle sie Haut verschönern, den Stoffwechsel und die Verdauung anregen und so weiter. Nach dem Mittagessen und einer dreistündigen Busfahrt sind  wir wieder in Shanghai angekommen.  Abends aßen wir mit unseren chinesischen Gastschülern in den jeweiligen Familien.

Zwölfter Tag:

Am Sonntag mussten unsere Gastschüler in die Schule, um den Unterricht vom Tag des Mondfestes  nachzuholen.  Wir arbeiteten in der Zeit an unserem Klimamacher-Projekt.

An diesem Tag nahmen wir auch an der Gymnastik teil, die für die chinesischen Schüler jeden Morgen verpflichtend stattfindet. Danach hatten wir Kong Fu Unterricht und lernten ein paar Schritte und Bewegungen. Es war anstrengend, aber hat uns allen trotzdem sehr viel Spaß gebracht.

Nach dem Mittagessen sind wir zusammen mit den Thailändischen Austauschschülern zum Yu Garten gefahren, eine sehr berühmte Attraktion Shanghais. Dort gab es nicht nur den wunderschönen Garten zu sehen, denn vor diesem Garten war ein Basar. Hier wurde alles Mögliche in engen Gassen verkauft.

Dreizehnter Tag:

Heute arbeiteten wir am Vormittag intensiv an dem Projekt, um unsere Abschlusspräsentation vorzubereiten.

Später ging es gemeinsam mit unseren Austauschschülern in die Universität, in der uns verschiedene Personen über unser Thema weiter aufklärten. In der Universität nahmen wir außerdem an einer Projekt-Vorlesung teil, die eine Studentin für uns hielt.

Vierzehnter Tag:

Am Dienstag besuchten wir das Shanghai Museum. Das Museum war sehr groß und prachtvoll, was wir von anderen Museen nicht gewohnt waren. Es war sehr interessant, aber leider reichte die Zeit nicht aus, um jeden Raum anzuschauen.

Heute stand auch noch die Abschlusspräsentation an. Wir hatten Zeit diese noch einmal vorzubereiten, um sie anschließend vor allen deutschlernenden Schülern, inklusiver der Lehrer und einer Kamera zu präsentieren. Die Abschlusspräsentation wurde von den Chinesen auch zum Abschied genutzt und es gab wieder eine eindrucksvolle Performance  der Schüler.

An diesem Tag spazierten wir später durch die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und vielen Geschäften, bevor wir zurück in die Schule zu dem Grillabend mit Lehrern, Schülern und Eltern fuhren. Es gab sehr leckeres Essen und  alle hatten sehr viel Spaß an unserem letzten gemeinsamen Abend.

 

Fünfzehnter Tag und Abreise:

Unseren letzten Tag gestalteten wir selber und besuchten den Flaschenöffner, welches eines der größten Gebäude Shanghais ist. Wir konnten bis in den 100sten Stock fahren und die Aussicht von oben genießen. Wir spazierten noch ein bisschen rum und aßen einen kleinen Snack, bevor wir in der Schule zu Abend aßen.

Danach hieß es Abschied nehmen L !!!! Es war für alle sehr traurig und fast alle weinten. 

Um 19 Uhr fuhren wir mit dem Bus dann zum Flughafen, um die Rückreise anzutreten.

Text von Laura und Zahar