Mutter Courage. Nur der Tod ist umsonst.

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https://youtu.be/n4Z0ZlDIJlI

Aus dem Programmheft

Mutter Courage. Nur der Tod ist umsonst.
Eine szenische Auseinandersetzung mit Brechts Drama
Mit SchülerInnen aus Jahrgang 10
Juni 2017

Angestoßen durch das schriftliche Überprüfungsthema im Fach Deutsch im letzten Schuljahr haben wir – der Theaterkurs der 10. Klassen – uns mit Bertolt Brechts Drama »Mutter Courage und ihre Kinder« auseinandergesetzt.
Brecht schrieb sein Stück zu Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939), ließ es jedoch im Dreißigjährigen Krieg spielen. Es handelt von der Marketenderin Mutter Courage, die im Laufe der Kriegshandlungen ihre drei Kinder verliert. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen ihr als Mutter und Geschäftsfrau. Brechts Absicht war es, mit seinem Drama Abscheu vor dem Krieg und einer kapitalistischen Gesellschaft zu vermitteln, die sich an diesem bereichert.
Bei Brechts Konzept des epischen Theaters, für das Mutter Courage exemplarisch steht, sollen die Zuschauer die Ereignisse auf der Bühne kritisch und distanziert analysieren. Um dieses Ziel – den Zuschauer zum Nachdenken und nicht zum Mitfühlen anzuregen – zu erreichen, setzt Brecht den von ihm propagierten »Verfremdungseffekt« ein.
Der Theaterkurs hat sich in seinem eigenen Zugriff dafür entschieden, den inneren (Interessens-) Konflikt der Courage durch die Inszenierungsidee eines Boxkampfes darzustellen, in dem die unterschiedlichen Herzen gegeneinander antreten.
Um eine noch größere Distanzierung bei den Zuschauern zu erreichen, wechseln wir nach jedem Bild bzw. nach jeder Runde die Figurenrollen auf der Bühne. Diese Idee und das Weglassen von Requisiten und Bühnenbild ist inspiriert durch unsere Aufführungsbesuche von Brechts Mutter Courage und der Dreigroschenoper im Thalia Theater. Um die einzelnen Charaktere für das Publikum erkennbar zu machen, hat jeder sein eigenes Erkennungsmerkmal. Das Spiel, das fast ohne Requisiten auskommt, fordert darüber hinaus von den Akteuren pantomimisches Spiel und klare Handlungen.

Spielleitung: Virginia Thielicke
Dramaturgische Unterstützung: Teresa Rosenkrantz