Projekte

Straßenkinder für einen Tag

Schüler des Gymnasiums Lerchenfeld putzen Schuhe für Straßenkinder in Bolivien

„Darf ich Ihre Schuhe putzen?“ Diese Frage stellte Tobias Bender, Schüler der spanisch-deutschen bilingualen Klasse des Gymnasiums Lerchenfeld am letzten Freitag, dem 19. November, zahlreichen überraschten Passanten in der Mönckebergstraße. Glücklich über saubere Schuhe dankten es alle mit einer Geldspende für ein Straßenkinder-Hilfsprojekt in La Paz, Bolivien.

Die 20 Schülerinnen und Schüler der 7b verbrachten den kalten Vormittag auf der Straße. Aufgerufen zu dieser Aktion „Sichtwechsel – Straßenkind für einen Tag“ hatte terre des hommes.

Neben dem Schuheputzen, eine typische Arbeit der weltweit schätzungsweise 100 Millionen Straßenkinder, zogen die 13-Jährigen vor allem mit Spendenbüchsen durch die Straßen und machten die Passanten mit umfangreichem Informationsmaterial darauf aufmerksam, dass die von der UN am 20. November verabschiedeten Kinderrechte – darunter das Recht auf Bildung, das Recht auf Ernährung, das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit, der Schutz vor Ausbeutung – in vielen Teilen der Erde immer wieder mit Füßen getreten werden.

„Schämt ihr euch denn nicht, hier zu betteln?“, war eine der wenigen negativen Reaktionen auf das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Diese Erfahrung, ignoriert, abgewiesen und beschimpft zu werden, ist wichtiger Bestandteil des „Sichtwechsels“. Schließlich geht es unzähligen Kindern nicht anders.

Die Summe der Spenden spricht aber dafür, dass die Aktion in erster Linie sehr positiv angenommen wurde: Im Laufe des Vormittags kamen 730,- € zusammen.

Auf dieses Ergebnis sind die jungen Aktivisten sehr stolz, und für sie steht jetzt schon fest, dass sie auch nächstes Jahr ihren Beitrag zu einer Verbesserung der Lebensumstände der Straßenkinder in Lateinamerika leisten wollen.

Poetry Slam an der Schule?

Der Schriftstehler stiehlt allen Deutschlehrern die Show

Vielleicht waren Sie schon einmal auf einer dieser Veranstaltungen, wo jeder, der Lust hat, eigene Texte (Prosa oder Poesie) vorträgt und sie vom Publikum bewerten lässt. Wenn nicht, es lohnt sich allein wegen der Stimmung. Poetry Slam ist Kult und inzwischen findet in Hamburg fast wöchentlich einer statt.

Ein professioneller Slammer, falls es das überhaupt gibt, ist Armin Sengbusch, der Schriftstehler. Angesprochen und eingeladen von Nadine Kopp, die den Deutschunterricht ihrer 6. Klasse mal etwas anders gestalten wollte. Das Ergebnis war nicht so leicht voraussehbar. Würden 6.Klässler spontan kreativ schreiben? Würden sie sich trauen, ihre Texte vor der Klasse vorzutragen? Würden sie ein faires Feedback geben?

Armin Sengbusch brauchte genau 10 Sekunden, um ein selten gesehenes Feuer zu entfachen. Die Schüler schrieben, als gäbe es dafür noch einmal Sommerferien. Sie präsentierten und strahlten. Am nächsten Tag der offenen Tür, am 13. Januar 2011, werden Sie die Ergebnisse bei einem Life Poetry Slam erleben können. Vielleicht wird es ihr erster sein, bestimmt nicht ihr letzter.

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Graffiti-Projekt nur für Jungs

Ein grauer Container hinter unserer Mehrzweckhalle sollte gestaltet werden, eine Projektwoche stand an, im Hamburger Gängeviertel lernte ich den Künstler Marc Einsiedel kennen. So entstand das Graffiti-Projekt nur für Jungs am Gymnasium Lerchenfeld.

Marc Einsiedel und Felix Jung sind Urban Artists. Sei stellen im Gängeviertel aus, arbeiten aber auch für private Auftraggeber. Graffiti ist längst gefragte Kunst. Beim Workshop haben die Künstler viel Wert auf sorgfältige Vorbereitung gelegt. Als erstes lernten die Schüler die Geschichte des Graffiti und berühmt Street Artists kennen. Dann zeigten die Künstler ihnen wie man Schablonen herstellt. Zunächst von ihren Namen, dann von Lieblingsmotiven, die später auf dem Container erscheinen sollten.

Jedem Schüler wurde ein eigener Bereich auf dem Container zugeteilt. Dieser wurde mit seinem persönlichen Umriss gekennzeichnet. Anschließend wurden Bricks, Rechtecke, die wie Großstadtarchitektur anmuten, gesprayt. Jeder in seinem Stil, jeder mit seinen Farben, jeder voller Begeisterung. Pausen? brauchen wir nicht.

Klar waren die Mädchen ein bisschen neidisch, aber in gewisserweise waren sie dann doch noch an dem Projekt beteiligt. Sie drehten nämlich einen Dokumentarfilm über die Arbeit. Gezeigt wird der Film auf dem nächsten Schülerfilmfest am Gymnasium Lerchenfeld 2011.

Die 6b wechselt die Sicht

24 Kinder aus der 6b, 11 Sammelbüchsen aus Metall oder Pappe, 3 Stunden auf der Mönckebergstraße, 600,- Euro auf dem Spendenkonto. Am 20. November 2009, dem 20. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechts-Konvention, machten Kinder weltweit auf die verheerende Situation von Straßenkindern aufmerksam. Auch die Schülerinnen und Schüler der 6b des Gymnasiums Lerchenfeld waren dabei. Sie waren dem Aufruf von terre des hommesgefolgt, an der Aktion Sichtwechsel – Straßenkind für einen Tagteilzunehmen. Eine Einführung in die Thematik „Straßenkinder“ und die Organisation der Teilnahme an der Aktion fand in der Projektwoche im Oktober des Jahres statt. Seitdem fieberten die Kinder dem 20. November entgegen. An einem sonnigen Freitag war es schließlich soweit: Mit einem eigens für die Aktion geschriebenen Theaterstück, einer Geige und Kostümen machten sie in der Innenstadt auf sich und ihren Info-Stand aufmerksam, wo sie die Passanten zum Lesen der selbstgestalteten Plakate einluden und mit umfangreichem Infomaterial ausstatteten. Ein weiterer Hingucker war die Schuhputz-Aktion: So wie sich viele Straßenkinder weltweit ihren Lebensunterhalt mit dem Putzen von Schuhen verdienen müssen, boten auch die Schülerinnen und Schüler der 6b ihre Schuhputz-Dienste an; sehr zur Verwunderung vieler Passanten. Waren die Schuhe aber erst einmal geputzt, klingelte es in den Sammelbüchsen, so wie überall rund um den Informationsstand, wo die Kinder bienenfleißig um eine Spende baten. Dabei haben die Kinder aber auch erfahren, was es heißt, abgewiesen zu werden und auf die Hilfe und Bereitschaft (Spende) anderer angewiesen zu sein. Stolz sind sie aber alle darauf, dass sie sich für Kinder eingesetzt haben, denen es sehr viel schlechter geht, als ihnen. Neben dem überwältigenden Spendenergebnis erfreute die Kinder der Zufall, dass am gleichen Tag Thomas Godoy im Hamburger Saturn (gleich neben unserem Stand) Autogramme gab – eine Begegnung mit dem DSDS-Finalisten war damit vorprogrammiert. Ein Tag – zwei unvergessliche Erlebnisse.

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Zur Situation von Straßenkindern: Etwa 100 Millionen Kinder arbeiten und leben auf der Straße. Jedes dritte Straßenkind versucht, in den Straßen Lateinamerikas über die Runden zu kommen. Seit den 80er Jahren ist ihre Zahl weltweit gestiegen. Straßenkinder arbeiten und betteln für ihre Mahlzeiten. Sie schlafen auf Müllhalden, Bahnhöfen, unter Brücken, nehmen Drogen als Ersatz für fehlende Wärme und Geborgenheit. Es sind Jungen und Mädchen, die keine Familie mehr haben oder weggelaufen sind, weil alkoholkranke Eltern sie prügeln, es ihnen an Essen und Zuwendung fehlt. Aber es sind auch Kinder, die nachts zu Hause schlafen, aber auf der Straße arbeiten, um ihrer Familie zu helfen. An vielen Orten, so wie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, werden sie von der Polizei vertrieben und misshandelt. Alle diese Kinder haben ein Recht auf eine Ausbildung – und darauf, unter menschenwürdigen Bedingungen Geld zu verdienen. Einige brauchen aber zuvor Hilfe beim Drogenentzug und Unterkunft in einer Wohngruppe, die sie respektiert. In Bombay werden Straßenkinder mit Unterstützung von terre des hommes auf Bahnhöfen in handwerklichen Fertigkeiten unterrichtet. In Kolumbien holen sie bei Projektpartner Creciendo Unidos („Wir wachsen gemeinsam auf“) versäumte Schuljahre nach, bekommen berufliche Fertigkeiten vermittelt und lernen neue Freunde und ihre Rechte kennen. Der Erlös des bundesweiten Aktionstages Sichtwechsel fließt in die terre des hommes-Projektarbeit. (Text: terre des hommes)

Umfrage der Vc zur Hamburg – Wahl, zum Allgemeinwissen und zur Politik (PDF)

Die Umfrage hier als Online-Fragebogen zum Selbstprüfen! Klick


Mo. 28. April 2008 im Körber-Forum: Film und Zeitzeugengespräch

Wer fährt nach England?

Erinnerungen an die Kindertransporte 1938 / 1939 Ein Film des Exilprojekts am Gymnasium Lerchenfeld 2006 (ca. 45 Min. / Farbe) Die unglaubliche Rettung von 10.000 Kindern aus Nazi-Deutschland wird von den Menschen erzählt, die als Kinder dabei waren. Die dramatischen Geschichten berichteten die Zeitzeugen Schülern aus der 13. Jahrgangsstufe, die im Rahmen eines Projektes der Weichmann – Stiftung viel Zeit und Mühe investierten. Sie fuhren nach London, um Interviews zu führen und rekonstruierten aus über 15 Stunden Filmmaterial die Geschichte der Kindertransporte, so, wie sie in der Erinnerung erhalten geblieben ist. Im Anschluss an den Film gibt es die Gelegenheit, einen der Zeitzeugen live zu erleben. Er wird über seine Flucht, aber auch über das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern berichten und für Nachfragen zur Verfügung stehen. Das Projekt ist mit dem Bertini – Preis 2007 ausgezeichnet worden. Eine Kopie des Films können Sie für den Selbstkostenpreis von 5 € (+ evtl. Spende zur Unterstützung weiterer Projekte dieser Art) unter Mailadresse bestellen.

  • Artikel im Hamburger Abendblatt
  • Genaue Beschreibung des Projektes auf der Seite des Netzwerkes Weiße Rose.
  • Bericht über die Veranstaltung im Körber-Forum.