Informationen über das Fach Philosophie
Ab Klasse 9 können Schülerinnen und Schüler zwischen Religion und Philosophie wählen. Beide Fächer sind ordentliche Schulfächer, d.h. sie werden benotet und sind versetzungsrelevant.
Womit beschäftigt sich die Philosophie?
Nach Immanuel Kant lässt sich das Feld der Philosophie mit den folgenden vier grundlegenden Fragen abstecken:
- Was kann ich wissen? Hierunter fallen z.B. die Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Wissen und bloßer Meinung? Gibt es absolute Wahrheit? Kann man ohne Sprache denken? Sind die Zahlen entdeckt oder erfunden worden?
- Was soll ich tun? Hierunter z.B.: Darf man in besonderen Situationen lügen? Darf man von Terroristen entführte Passagierflugzeuge abschießen, um noch größeres Unheil zu verhindern? Ist unser Gewissen angeboren? Sind wir in unserem Handeln frei?
- Was darf ich hoffen? Hierunter z.B.: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was ist der Sinn des Lebens? Ist eine Welt ohne Armut möglich? Werden Roboter die Menschen irgendwann vollständig ersetzen?
- Was ist der Mensch? Hierunter z.B.: Wären wir noch derselbe Mensch, wenn alle unsere Körperteile nacheinander durch Transplantationen ausgetauscht worden wären? Ist es denkbar, Roboter zu konstruieren, die fühlen können? Sind Klone “echte” Menschen? Was unterscheidet Menschen von Tieren?
Heute wird manchmal (wie im Hamburger Rahmenplan) noch ein fünfter Bereich hinzugefügt:
- Ästhetik. Hierzu gehören Fragen wie: Wann ist etwas ein Kunstwerk? Gibt es objektive Schönheit?
Was lernt man im Philosophie-Unterricht?
Im Philosophie-Unterricht geht es nicht an erster Stelle darum, zu lernen, was die großen Philosophinnen und Philosophen zu bestimmten Fragen gedacht und gesagt haben, sondern darum, das Philosophieren zu erlernen. Immer wieder stoßen wir in unserem Leben auf philosophische Fragen, die sich nicht dadurch beantworten lassen, dass wir im Brockhaus oder bei Wikipedia nachsehen – wir müssen uns selbst Urteile bilden und können dadurch Orientierungen für unser Denken und Handeln gewinnen. Soll es dabei um mehr als zufällige Meinungen gehen, müssen Vorurteile kritisch hinterfragt, Thesen präzise formuliert, Diskussionen geführt und Argumente vorgetragen und überprüft werden, um so letztendlich zu begründeten Urteilen zu gelangen.
Und hier kommen die großen Philosophinnen und Philosophen ins Spiel: Sie führen uns auf verschiedene Weise vor, wie man philosophiert, und sie machen uns unterschiedliche Angebote dafür, wie über bestimmte philosophische Fragen gedacht werden kann.
Was wird von den Schülerinnen und Schülern erwartet?
Wer sich für Philosophie entscheidet, sollte das Staunen über die Welt noch nicht verlernt haben und nicht alles so hinnehmen, wie es uns auf den ersten Blick erscheint, sondern neugierig und kritisch sein. Genauso wichtig aber ist die Bereitschaft, im Unterricht nicht bloß Meinungen zu äußern, die dann nebeneinander stehen bleiben, sondern Methoden zu erlernen, mit deren Hilfe argumentative Auseinandersetzungen – mündlich oder schriftlich – stattfinden können, die über ein bloßes “Labern” deutlich hinausgehen.

