Der Wahlpflichtkurs AVM in der Redaktion von Bild-Hamburg
Wozu Medienunterricht?
Mit der Wahl von Johannes Gutenberg zu Mann des Jahrtausends ist die zentrale Bedeutung der Medien in der modernen Welt unterstrichen worden. Mark Twain nannte die Erfindung des Buchdrucks „das weitaus größte Ereignis der Weltgeschichte”. Die enorme Präsenz der Medien im Alltag unserer Schüler ist überall und ständig zu besichtigen. Zeitgemäßer Unterricht nimmt die veränderte Situation auf und entwickelt intelligente Formen der Medienkunde, der Medienerziehung und vor allem des kreativen Umgangs mit Medien.
Dazu müssen möglichst praxisnah Unterrichtsformen und – inhalte gefunden werden, nachdem man zunächst geklärt hat, was gar nicht so klar ist: Was sind Medien? Und: Wie verändern sie die Welt?
Im weitesten Sinne kann man Medien als „Vermittler zwischen Quelle und Senke” (Fluckiger) verstehen, sie sind immer nur in Verbindung mit den Formen zu betrachten, die Formen haben feste (rigide) Kopplungen, die Medien lose, „die Spur eines Fußes im Sand” (Baraldi).
Im Hinblick auf den Unterricht sind vor allem die Verbreitungsmedien Buch, Tonträger, Film, Hypertext, Multimedia gemeint.
Vorbehalte gegen Medien im Unterricht zielen oft auf die Zurückstellung der Inhalte, die Schüler spielen am Computer, sie lassen den Film passiv vorbeirauschen. Abgesehen davon, dass Medien-loser Unterricht gar nicht existiert, wäre ein Kardinalfehler tatsächlich, Medienunterricht vom Verbreitungsmedium her zu denken und den Gang in den Computerraum mit der Unterrichtsform zu verwechseln.
„Das Medium ist die Botschaft” lautet das bekannte Diktum von Marshall McLuhan, der auch das Schlagwort vom globalen Dorf geprägt hat. Danach sind die entscheidenden Prägungen für alle Bereiche des menschlichen Lebens immer von der Stufe der Medienentwicklung ausgegangen. Mit der Erfindung des Buchdrucks, nicht zufällig am Beginn der Neuzeit, sind wir in die Gutenberg – Galaxis eingetreten, Öffentlichkeit, Bildung, Industrialisierung sind einige Stichworte. Geschriebenes dient nicht mehr primär als Gedächtnis, sondern gestaltet die Welt. Das Drama ist nicht das defekte Gerät, sondern das verlorene Manual. Die Entgrenzung der Kommunikation durch Telegraphie und Internet erweitert die Möglichkeiten ins Unübersichtliche, die Gewinnung von Wissen wird vor allem zu einer Frage des Zugangs. Wenn Nobert Bolz feststellt, „Das Modell einer aufgeklärten literarischen Öffentlichkeit scheint eben mit der Medienwirklichkeit auch endgültig aufgelöst und zerstört zu sein.”, wird deutlich, dass die Schule z.B. in der inhaltslastigen Gestaltung der Lehrpläne mit Leitbildern operiert, die – man mag das bedauern – überholt sind.
Daraus ergeben sich folgende Leitlinien:
- Der Medienaspekt ist zentral für zeitgemäße Unterrichtsgestaltung.
- Die Schüler erwerben Wissen, Fertigkeiten und Reflexionsvermögen im Umgang mit Medien auf allen Stufen (Medienkompetenz).
- Vor allem in den sprachlichen, künstlerischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern werden verbindliche Mediencurricula erstellt.
- Außerhalb des regulären Unterrichts nimmt der Medienunterricht einen hohen Stellenwert ein (Arbeitsgemeinschaften, Projekte, Wettbewerbe).
- Die Gestaltung des Profilbereichs Medien und Gesellschaft beinhaltet deutliche Anschlüsse an den Medienunterricht in der Sek. 1.
Unterricht, Wettbewerbe, Projekte
Seit 2005 wird der Bereich ‚audiovisuelle Kommunikation’ als Schwerpunkt der Schule ausgebaut. Dazu gab es Gespräche über eine Kooperation mit den Mediengestaltern der Umgebung: Hamburg Media School, Tide – TV und der Hochschule für Bildende Kunst. Mit Hilfe der Hamburg Media School wurden Kolleginnen und Kollegen unserer Schule in die Filmarbeit eingeführt. …mehr


