Über das Fach Deutsch
Das Fach Deutsch hat sich vielfältigen, auch divergenten gesellschaftlichen Erwartungen und Vorurteilen zu stellen. Die Handwerkskammer fordert, dass mehr Schulabgänger richtiges Deutsch schreiben und sprechen können sollen. Schriftsteller wie Günter Grass beklagen, dass „Literatur in der Schule … immer ein Alptraum gewesen“ sei. Nicht wenige Eltern favorisieren klassisches Bildungsgut wie Goethes „Faust“ und Schillers „Räuber“. Viele Schüler folgen dem Lustprinzip und wollen, wenn überhaupt, nur lesen, was Spaß macht.
Der Rahmenplan Deutsch umfasst die Arbeitsbereiche „Literatur, Sachtexte und Medien“, „Schreiben“, Sprechen und Gespräch“ sowie „Sprachverwendung und integrative Grammatik“, wobei die Liste der Anforderungen an die Schüler stetig länger wird. Sie reicht von selbstgestalteter Medienarbeit über Kenntnisse in Literaturgeschichte bis hin zur häuslichen Lektüre von Weltliteratur, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Was tun Deutschlehrer angesichts dieser Situation?
Wir am Gymnasium Lerchenfeld halten es mit Marcel Reich-Ranicki: „Einem Deutschlehrer, der die Literatur nicht liebt, wird es nicht glücken, das Interesse an der Literatur zu wecken…“. Genau das aber streben wir an mit verschiedenen Interpretationsmethoden, inhaltlichen Schwerpunktsetzungen, kreativen Zugängen, Theaterbesuchen und Schreib- und Lesewettbewerben. Dabei vertrauen wir darauf, dass die Faszination des von uns geliebten Stoffs – Sprache und Literatur – den sich wandelnden gesellschaftlichen Erwartungen und Lehrplänen standhält und uns und die Schüler staunen macht darüber, wie Menschen zu allen Zeiten ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken in Worte gefasst haben, die einen zum Niederknien, zum Weinen und Verzweifeln, zum Lachen und zum Nachdenken bringen können.
Das Fachkollegium
Das Fachkollegium stellt sich vor – mit dem Beginn des jeweiligen Lieblingsromans.
Ruth Eckardt:
Gerda Hatscher: „Viele Jahre später sollte der Oberst Aureliano Buendia sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Nachmittag erinnern, an dem sein Vater ihn mitnahm, um das Eis kennenzulernen.“ (Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit)
Kathrin Hauschild: „Es ist merkwürdig, wie rasch sich das Dasein eines Menschen verändern kann.“ (Astrid Lindgren: Kerstin und ich)
Sibylle Hundt-Teichmann: „Ich bin nicht Stiller.“ (Max Frisch: Stiller)
Kerstin Janßen: „The book was thick and black and covered with dust.“ – Übertragung: Das Buch war dick und schwarz und bedeckt mit Staub. (Antonia Susan Byatt: Possession)
Annette Keck: „Das Bild zeigte ein Mädchen mit einer Eidechse.“ (Bernhard Schlink: Das Mädchen mit der Eidechse, in: Liebesfluchten)
Nadine Kopp: „Wir glauben, das Publikum darauf hinweisen zu müssen, daß wir trotz dem Titel dieses Werkes und ungeachtet dessen, was der Herausgeber in seiner Vorrede dazu sagt, für die Echtheit dieser Sammlung nicht einstehen können, und daß wir sogar gute Gründe haben anzunehmen, es handle sich nur um einen Roman.“ (Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften)
Christiane Künkel: „Seine Kindheit, das hatte die Baufirma Brüning auch gar nicht mehr zu beschönigen zu versucht, würde in der Mitte auseinanderbrechen, eher früher als später, in zwei Teile.“ (Moritz Rinke: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel)
Anja Mielich: „Zehn Tage nach Kriegsende lenkte meine Schwester Laura ein Auto von einer Brücke.“ (Margaret Atwood: Der blinde Mörder)
Swantje Möller: „A story has no beginning or end: arbitrarily one chooses that moment of experience from which to look back or from which to look ahead.“ – Übertragung: Eine Geschichte hat keinen Anfang und kein Ende: Willkürlich wählt man den entscheidenden Moment, von dem aus man in die Vergangenheit oder in die Zukunft blickt. (Graham Greene: The End of the Affair)
Katrin Röpke: „Lange Wellen treiben schräg gegen den Strand, wölben Buckel mit Muskelsträngen, heben zitternde Kämme, die im grünsten Stand kippen.“ (Uwe Johnson: Jahrestage)
Hartmut Wendt: „Es müßte möglich sein, eine Pagode zu türmen aus Knäckebrot, nichts zu denken und keinen Donner zu hören, keinen Regen, kein Plätschern aus der Traufe, kein Gurgeln ums Haus. Vielleicht wird es nie eine Pagode, aber die Nacht vergeht.“ (Max Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän)
Ulrike Westphal: „Hier fängt die Geschichte an.“ (Walter Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher)
Lena Michaelis: „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ (Leo Tolstoi: Anna Karenina)
Ruth Eckardt:
Gerda Hatscher:
“Viele Jahre später sollte der Oberst Aureliano Buendia sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Nachmittag erinnern, an dem sein Vater mitnahm, um das Eis kennenzulernen.” (Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit)
Kathrin Hauschild:
“Es ist merkwürdig, wie rasch sich das Dasein eines Menschen verändern kann.” (Astrid Lindgren: Kerstin und ich)
Sibylle Hundt-Teichmann:
“Ich bin nicht Stiller.” (Max Frisch: Stiller)
Kerstin Janßen:
“The book was thick and black and covered with dust.” (Antonia Susan Byatt: Possession)
Annette Keck:
“Das Bild zeigte ein Mädchen mit einer Eidechse.” (Bernhard Schlink: Das Mädchen mit der Eidechse, in: Liebesfluchten)
Nadine Kopp:
“Wir glauben, das Publikum daruf hinweisen zu müssen, daß wir trotz dem Titel dieses Werkes und ungeachtet dessen, was der Herausgeber in seiner Vorrede dazu sagt, für die Echtheit dieser Sammlung nicht einstehen können, und daß wir sogar gute Gründe haben anzunehmen, es handle sich nur um einen Roman.” (Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften)
Christiane Künkel:
“Seine Kindheit, das hatte die Baufirma Brüning auch gar nicht mehr zu beschönigen zu versucht, würde in der Mitte auseinanderbrechen, eher früher als später, in zwei Teile.” (Moritz Rinke: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel)
Anja Mielich:
“Zehn Tage nach Kriegsende lenkte meine Schwester Laura ein Auto von einer Brücke.” (Margaret Atwood: Der blinde Mörder)
Swantje Möller:
“A story has no beginning or end: arbitrarily one chooses that moment of experience from which to look back or from which to look ahead.” (Graham Greene: The End of the Affair)
Katrin Röpke:
“Lange Wellen teriben schräg gegen den Strand, wölben Buckel mit Muskelsträngen, heben zitternde Kämme, die im grünsten Stand kippen.” (Uwe Johnson: Jahrestage)
Hartmut Wendt:
Ulrike Westphal:
“Hier fängt die Geschichte an. ” (Walter Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher)
Lena Michaelis:
“Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.” (Leo Tolstoi: Anna Karenina)

