Presse

Der Mittelpunkt der Stadt: Das Gymnasium Lerchenfeld im Spiegel der Presse

Hamburger Abendblatt, 28.01.2011

Zum zweiten Mal geht der Bertini-Preis an uns!

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1770726/Verleihung-des-Bertini-Preises-in-Hamburg.html

Hamburger Abendblatt, 10.1.2011

Spanisch als Karriere-Kick

Immer mehr Hamburger Schüler bevorzugen die zweite Weltsprache – auch wegen besserer Zukunftschancen

“Corazón”, sagt Stojana. Das C spricht sie wie ein K aus, das R wird gerollt, und bei der letzten Silbe schiebt Stojana ihre Zunge zwischen ihre Vorderzähne. Das spanische Wort, das übersetzt Herz heißt, ist das Lieblingswort der 13-Jährigen. “Ich wollte diese schöne Sprache unbedingt lernen”, sagt sie.

Und damit ist sie nicht allein. Immer mehr Hamburger Schüler wählen Spanisch als zweite Fremdsprache. “Dieser Trend zeichnet sich seit gut zehn Jahren ab und geht zulasten von Französisch”, sagt eine Sprecherin der Schulbehörde. Während 2006 noch rund 60 Prozent weniger Schüler Spanisch als Französisch lernten, waren es 2010 nur noch gut 20 Prozent weniger.

“Das liegt hauptsächlich daran, dass Spanisch nach Englisch die zweite Weltsprache ist”, sagt Prof. Andreas Bonnet, 41, der sich an der Universität Hamburg auf Fremdsprachendidaktik spezialisiert hat. Französisch hingegen wurde bisher in Deutschland nur deshalb vermehrt gelehrt, da es eine direkte Grenze zu Frankreich gibt und so die Völkerverständigung gefördert werden sollte. Mittlerweile spielen für viele Eltern aber wirtschaftliche Faktoren und Zukunftschancen eine größere Rolle bei der Fremdsprachenwahl, weshalb sie Spanisch für ihre Kinder bevorzugen.

Denn nicht nur in Spanien heißt es “¿Qué pasa?”, sondern auch in großen Teilen Mittel- und Südamerikas. Für rund 350 Millionen Menschen ist Spanisch Muttersprache, Französisch hingegen nur für gut 110 Millionen.

Sven Döring, 35, ist Spanischlehrer am Gymnasium Lerchenfeld auf der Uhlenhorst. “Spanisch ist gerade am Anfang leichter zu lernen als Französisch, und es sind schnell Fortschritte zu erkennen”, sagt er. Auch die Aussprache sei einfacher. “Außerdem gibt es häufig Musik und Filme in dieser Sprache, sodass die Schüler ihr Spanisch im Alltag auch nutzen können”, sagt Döring, der Klassenlehrer der 7b, einer bilingualen Klasse, ist. Das bedeutet, dass Spanisch nicht nur als erste Fremdsprache gelehrt wird, sondern je nach Jahrgangsstufe auch Fächer wie Geografie, Geschichte oder Biologie in dieser Sprache unterrichtet werden. Da es bereits viele deutsch-spanische Kindergärten und Grundschulen gibt, soll den Schülern so ermöglicht werden, das dort Gelernte am Gymnasium fortführen zu können. Ziel ist ein bilinguales Abitur.

In der 7b sitzen Spanisch-Muttersprachler neben Schülern, die erst seit der ersten Klasse oder dem Wechsel aufs Gymnasium diese Sprache lernen. Die unterschiedlichen Vorkenntnisse machten den Unterricht zunächst schwierig. “Aber die, die schon besser waren, haben uns Quereinsteigern geholfen, und jetzt geht es ganz gut”, sagt Stojana, die erst am Gymnasium Lerchenfeld mit dem Spanischen begann. Englisch sehen viele ihrer Mitschüler gar nicht mehr als zusätzliche Fremdsprache, sondern vielmehr als Selbstverständlichkeit an. Die meisten wollen auch weiterhin Französisch lernen, aber eben erst als Drittsprache, nach Spanisch. “Ich wollte erst einmal mit dem Leichteren anfangen”, sagt Melissa Höke, 12, aus Marienthal.

Dies stellt auch neue Herausforderungen an die Lehrmethoden. “Im Gehirn werden alle Sprachen vernetzt gespeichert, eine Trennung wäre künstlich”, sagt Erziehungswissenschaftler Prof. Bonnet. Deswegen wird beim Unterrichten einer neuen Sprache auch häufig auf bereits bekannte Muster aufgebaut. Bei ähnlichen Sprachen wie den romanischen, zu denen auch Spanisch, Französisch und Italienisch gehören, fällt es dann leichter, eine neue hinzuzulernen. Deshalb müssen sich auch die Lehrkonzepte an Hamburger Schulen der neuen Fremdsprachenreihenfolge anpassen.

Artikel erschienen am 10.01.2011

Jenny Bauer

http://mobil.abendblatt.de/hamburg/schule/article1752008/Spanisch-als-Karriere-Kick.html

Hamburger Abendblatt 30. September 2010, 07:00 Uhr

SPRAYEN ALS SCHULPROJEKT

VON CHRISTOPHER BESCHNITT

Sprayen als Schulprojekt – Schule – Hamburg – Hamburger Abendblatt

Hamburger Abendblatt, 6.5.2010

Ein Jahrhundert Gymnasium Lerchenfeld

Als das Gymnasium Lerchenfeld vor 100 Jahren gegründet wurde, war es eine von zwei staatlichen Schulen in ganz Hamburg, an der Mädchen höhere Schulabschlüsse erwerben konnten. Man schrieb das Jahr 1910. Zeit der Reformen und der erstarkenden Frauenbewegung. Im Vergleich zu anderen deutschen Regionen lag Hamburg beim Aufbau des Mädchenschulwesens weit zurück. Jahrelang hatte man diskutiert und gestritten, bevor Senat und Bürgerschaft 1908 endlich einen Grundsatzbeschluss für ein öffentliches Engagement fassten. Es dauerte noch zwei Jahre, dann eröffneten innerhalb weniger Tage das heutige Helene-Lange-Gymnasium auf dem linken Alsterufer und das Gymnasium Lerchenfeld auf dem rechten Alsterufer.

Inzwischen ist die Schule auf der Uhlenhorst ein modernes Gymnasium mit 640 Schülern. Seit 1970 werden auch Jungen unterrichtet. 2007 wurde ein bilingualer Spanischzweig eingerichtet. Mittlerweile ist das Gymnasium auch Umweltschule. Uns zeichnet aus, dass wir anspruchsvollen Unterricht machen, sorgfältige pädagogische Betreuung bieten und eine fröhliche Lernatmosphäre haben, sagt Schulleiter Hans-Walter Hoge. Das habe auch die Schulinspektion bestätigt.

Noch bis zum 12. Mai wird das besondere Jubiläum am Lerchenfeld gefeiert. Es gibt Theateraufführungen, Konzerte und am Sonnabend, 8. Mai, ab 19 Uhr ein Jubiläumsfest. Am Sonntag, 9. Mai, ist ein großes Ehemaligentreffen geplant.

Zum Festakt am morgigen Freitag haben sich GAL-Schulsenatorin Christa Goetsch und der spanische Botschafter Rafael Dezcallar de Mazareddo angesagt. Den Festvortrag hält der Soziologe und Genderforscher Jürgen Budde von der Martin-Luther-Universität in Halle. Thema: Gymnasium Lerchenfeld – von der Mädchenschule über die Koedukation zur Jungenförderung.

Bildung ist weiblich

Von Uwe Bahnsen 14. März 2010, 04:00 Uhr in WELT-ONLINE

Vor 100 Jahren wurden die ersten staatlichen Höheren Mädchenschulen in der Hansestadt eröffnet.

Damit erhielten junge Frauen außerhalb des reichen Bürgertums die Chance auf eine anspruchsvolle Ausbildung. Es war zwar keine pädagogische Revolution, wohl aber eine klare Zäsur im hamburgischen Schulwesen, als am 20. März 1910 an der Hansastraße und am Lerchenfeld, links und rechts der Außenalster, die beiden ersten staatlichen Höheren Mädchenschulen der Hansestadt ihren Lehrbetrieb aufnahmen. In insgesamt 28 Klassen unterrichteten 38 Lehrkräfte die 634 Schülerinnen.

Der Anteil der Mädchen in den höheren Bildungseinrichtungen war damals gering – nicht nur in Hamburg. Natürlich gab es Schulen für die “höheren Töchter” des gut situierten Bürgertums, aber das waren um 1890 rund 40 Lehranstalten, die vor allem von Stiftungen getragen wurden, so die 1872 gegründete Klosterschule St. Johannis und 1897 das Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium. Aber das Selbstverständnis, das dort gepflegt wurde, entsprach exakt der Rolle, die den Frauen in der Wilhelminischen Ära zugewiesen wurde – von Gleichberechtigung war man weit entfernt. Die typische ”Klosterschülerin” zum Beispiel war nach dem etwas larmoyanten Urteil einer Chronistin “so weit gebildet, dass sie ihren Mann nicht blamierte, und wiederum nicht so weit, dass sie Minderwertigkeitskomplexe in ihm hätte aufkommen lassen können”. Vielleicht war das etwas überpointiert. Etwas positiver wurde das damalige Bildungsziel von einem anderen Zeitzeugen beschrieben. Die Mädchenbildung sollte demnach “die edle Persönlichkeit” formen, die “ihre intellektuellen, seelischen und ethischen Kräfte allseitig und harmonisch entfaltet”. Aber das junge Mädchen sollte nicht lernen, um eigene Interessen zu entwickeln, sondern um an den Interessen des künftigen Ehemannes “mit der Wärme des Gefühls theilnehmen zu können”. Die Bildung der Persönlichkeit um ihrer selbst willen war nicht vorgesehen. Jedoch regte sich gegen dieses Rollenverständnis zunehmender Widerstand. Frauenbildung und Frauenstudium waren gesellschaftspolitische Forderungen, die auch im Bürgertum artikuliert wurden. So kam es, dass die Bürgerschaft im Juni 1904 den Senat ersuchte, zwei höhere Mädchenschulen in rein staatlicher Trägerschaft zu errichten. Die Bedenkenträgerei, die daraufhin im Senat stattfand, wird aus der Zeitspanne deutlich, die bis zu dem entsprechenden Beschluss verging. Erst am 15. Januar 1908 stimmten die Rathausregenten dem Vorhaben zu, und so entstanden das “Lyzeum Lerchenfeld” (heute Gymnasium Lerchenfeld), und die “Staatliche höhere Mädchenschule an der Hansastraße” (heute Helene-Lange-Gymnasium).

Helene Lange (1848-1930), die maßgebende Persönlichkeit der deutschen Frauenbewegung, war mit den eng begrenzten Zielen der damaligen Mädchenbildung überhaupt nicht einverstanden: “Wie kann man von einer harmonischen Ausbildung sprechen, wenn man derselben einen so einseitigen Zweck zuweist, wenn man die Persönlichkeit nicht um ihrer selbst willen ausbildet!” Jedoch sahen manche Pädagogen solche Bildungsziele mehr unter dem Gesichtspunkt des “schwachen Geschlechts”, wie der Ratschlag eines Lehrers an einer damaligen Mädchenschule zeigt: “Es bleibt eine ausgemachte Thatsache, dass die Mädchen aus den höheren Ständen jetzt häufiger als je an Bleichsucht, Kurzsichtigkeit, hohen Schultern, Rückgratsverkrampfungen, Herzklopfen, Krämpfen, Nervenschwäche etc. leiden. Darum wäre es sehr zu wünschen, dass die Eltern immer mehr begreifen, wie ihre Tochter manche freie Stunde besser mit Turnen, Exerziren, Bewegen in freier Luft, als mit Sticken und Stricken ausfüllte”.

Ein Schulleiter hingegen formulierte ganz andere Ermahnungen: Er wetterte dagegen, dass “in den Kreisen unserer Schülerinnen Unsitten wie das herausfordernde Bummeln auf der Straße für ganz selbstverständlich gehalten werden. Deutsche Mädchen haben in der ganzen Welt den Ruhm derReinheit und Unnahbarkeit. Wollen wir der künftigen Generation diesen Ruhm leichtherzig verscherzen?” Viele der “höheren Töchter” wollten – und auf den “Ruhm der Unnahbarkeit” verzichteten sie gern. Die jungen Damen aus dem Bürgertum rings um die Außenalster fanden sich im Sommer mit Vorliebe vor dem Uhlenhorster Fährhaus ein, lauschten bei der Gartenterrasse dem Konzert oder pflegten die Geselligkeit mit ihresgleichen Boot an Boot. Der große Impressionist Max Liebermann (1847-1935) hat dieses bunte Treiben am Uhlenhorster Fährhaus in den Jahren 1909 und 1910 in Gemälden und Zeichnungen festgehalten. Es waren die unbeschwerten Jahre vor dem Ersten Weltkrieg – mit einem Lebensgefühl, das auch für die jungen Frauen der “höheren Stände” mit den Schüssen in Sarajewo ein jähes Ende fand. Eine gute, vor allem auch berufstaugliche Ausbildung wurde nun auch für Mädchen ein Erfordernis ersten Ranges. Sie mussten sich nach dem Krieg einem sehr harten Alltag stellen.

Bildung ist weiblich – Nachrichten welt_print – Vermischtes – Hamburg – WELT ONLINE

Welt am Sonntag, 24. Januar 2010:

Doppelter Druck für den doppelten Jahrgang

Für 13.000 junge Hamburger beginnen jetzt die Prüfungen, weil zwei Jahrgänge Abitur machen. Die Reform stellt die Schüler vor große Herausforderungen.

Den ganzen Artikel können Sie im PDF lesen …

doppeljahrgang2010

Hamburger Abendblatt

3. Mai 2008:

Die Sieger der Russisch-Olympiade

An Deck des russischen Schulschiffes “Mir” verlieh Kapitän Yury Galkin jetzt die Preise an die Gewinner der 33. Russisch-Olympiade.

Die ersten Plätze der vier Kategorien belegten Vera Kühn vom Walddörfer Gymnasium (in der Kategorie Russisch als zweite Fremdsprache), Jan-Patrick Voß vom Charlotte-Paulsen-Gymnasium (dritte Fremdsprache), Daniel Wiese vom Emil-Krause-Gymnasium (Muttersprachler, Kategorie eins) sowie Maria Jeremejeva vom Gymnasium Lerchenfeld (Muttersprachler, Kategorie zwei).

Als Preis erhielten die vier siegreichen Schüler einen Segeltörn mit der “Mir” nach Cuxhaven und wieder zurück. Sie werden auch bei der nächsten Russisch-Olympiade 2009 in Stuttgart ihren Titel verteidigen.


Hamburger Abendblatt

26. Oktober 2007:

Schulranking im Hamburger Abendblatt

70,4% sagen etwas aus, aber was?

oder: Wie eine gedankenlose Schlagzeile 2 Jahre schulische Aufbauarbeit in Frage stellt

Schüler
Gymnasium Lerchenfeld: Die Wirklichkeit

Wollte das Hamburger Abendblatt seiner Informationspflicht in dem sensiblen Bereich Schule nachkommen und Eltern eine Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Schule geben? Oder ging es um die schnelle und plakative Schlagzeile? In beiden Fällen muss von einem verantwortungslosen Vorgehen gesprochen werden. …mehr


Hamburger Abendblatt

14. August 2007:

Die Reise zum Mittelpunkt der Stadt

Stadtmitte
Hamburgs Mittelpunkt

Neben der Kirche, auf der südöstlichen Seite, ist das geografische Zentrum von Hamburg. Bei 53 Grad, 34 Minuten, 8 Sekunden nördlicher Breite und 10 Grad, 1 Minute, 44 Sekunden östlicher Länge. So die gängige Meinung. Nach neuesten Berechnungen könnte der Mittelpunkt zwar auch ein Stück weiter, beim Gymnasium Lerchenfeld, liegen …mehr


Hamburger Abendblatt

12. Dezember 2006:

Jugendliche machen Radio über Toleranz

Andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten – so lautete das Fazit des Gewinnerbeitrags “Toleranz” der Klasse 9 c vom Gymnasium Lerchenfeld. Die Schüler setzten sich in ihrer zehnminütigen Sendung mit Alltagsthemen wie Klamotten, Hautfarbe oder Musik auseinander. Dabei zeigten sie, wie jeder einzelne Punkt zu Intoleranz führen kann. Drei Wochen hat die Klasse an ihrem Projekt gearbeitet. …mehr


Die Welt

14. November 2006:

Weichmann-Stiftung fördert Exil-Projekt mit Schülern

Die Stiftung stellt die von ihr geförderten Projekte von fünf Hamburger Schulen vor.

Zeitzeugen im Gespräch mit Schülern
Zeitzeugengespräch

Schüler des des Gymnasiums Lerchenfeld haben Monate lang Zeitzeugen befragt.
1938 /39 fanden etwa 10 000 jüdische Kinder Zuflucht in England. Das Thema “Kinder im Exil” hat einige Amateurhistoriker so fasziniert, dass sie daraus einen Film machten. Sie reisten sogar für ihre Interviews nach London und brachten sehenswertes Material mit nach Hamburg. …mehr

Hamburger Abendblatt

28. Dezember 2004:

Eine Schule stellt sich ihrer Vergangenheit

Zeitzeugen: Arbeitsgemeinschaft lud vier ehemalige Schülerinnen ein, die über die Zeit zwischen 1933 und 1945 berichteten.

Eine Schule stellt sich ihrer Vergangenheit. Seit zwei Jahren erforscht eine Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums Lerchenfeld (Uhlenhorst) den Alltag des einstigen “Oberlyzeums für höhere Töchter” während der Jahre zwischen 1933 und 1945. Höhepunkt war jetzt ein Zeitzeugengespräch, zu dem die AG vier ehemalige Schülerinnen eingeladen hatte. Alle waren damals am Lerchenfeld unterrichtet worden und konnten ihre Erlebnisse aus erster Hand weitergeben. Für die Jugendlichen von heute war das Gespräch nicht nur Geschichtsunterricht zum Anfassen, sondern auch ein spannendes Neuerleben ihrer unmittelbaren Umgebung. Zwar wurde die Schule im Krieg weitgehend zerstört, aber Teile der Anlage, darunter das heutige Haupthaus, standen damals schon und haben sich in ihren Strukturen nur wenig verändert. “Es ist etwas ganz anderes, wenn man Berichte aus dieser Zeit hört und die Gebäude und Straßen noch erhalten sind”, so Schülerin Laura Guhl. Die Erinnerungen der alten Damen waren verblüffend uneinheitlich. Elisabeth Kaireit, die das Lerchenfeld 1943 verlassen mußte, hatte Schwierigkeiten mit einigen Lehrern, weil sie kein BDM-Mitglied war. Andere erinnern sich an die Schule als einen Schutzraum, in dem Nazi-Gedankengut kaum eine Rolle spielte. Manche Lehrer unterrichteten mit Vorliebe Fächer wie Rassenkunde und bestraften regimekritische Äußerungen, andere setzten auf humanistische Bildung und blieben im Umgang mit den Kindern erstaunlich tolerant. “Es gab keinen gemeinsamen Nenner”, so Schüler Max Gronau – auch das eine besondere Erfahrung.

Drei jüdische Lehrerinnen waren damals aus dem Schuldienst entlassen worden. Besonders berührt das Schicksal von Dorothea Bernstein, die 1942 deportiert wurde und in einem Todeslager starb. Schulleiter Hans Walter Hoge hat sich jetzt erfolgreich dafür eingesetzt, daß ein Stolperstein vor dem Eingang der Schule eingelassen wird, der an sie erinnern wird. Auch eine Gedenktafel ist geplant.

Wer noch Auskunft über die jüdischen Lehrerinnen geben kann, melde sich bitte bei Herrn Hoge unter Tel. 42 88 84 70.schmoo

Hamburger Abendblatt
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